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Sonntag, 2. Juli 2017

[Rezension] Lara Kessing: »Mondgeflüster in Fella«

Buchreihe: Band 2 der Reihe »Fella«
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2017
Genre: Dystopie
ISBN: 978-1-521-38696-5
Preis: 9,99€
Seiten: 345
Verlag: Lara Kessing, c/o Papyrus Autoren-Club ; hergestellt von Amazon Fulfillment Poland Sp. z o.o., Wroclaw ; Independently published
Gelesen von: 19.06. - 02.07.2017

Bewertung:
Ein schweres Unwetter zerstört große Teile von Fella. Eine Gang mit dem Namen Senk nutzt das entstandene Chaos, um die Macht an sich zu reißen. Da Andra ein Jahr vor dem Unwetter bei den Senk ausgestiegen ist, hat sie es nun besonders schwer. Einige Senk können ihr den Ausstieg nicht verzeihen, allen voran ihr ehemals bester Freund. Aus Freunden werden erbitterte Feinde. Menschen, um die sie früher einen großen Bogen gemacht hätte, werden zu Verbündeten. Andra muss nicht nur herausfinden, wer sie eigentlich ist, sondern auch ihren Platz in dem neuen Fella finden. Sich wieder den Senk anzuschließen wäre der leichtere Weg. Gerät Andra ins Schwanken, als sie unerwartet Gefühle für einen der Senk entwickelt? Sie ist bereit, an ihre Grenzen zu gehen und sich ihren ehemaligen Freunden in den Weg zu stellen, doch ist ihr neues Ich stark genug, sich der Macht der Senk zu widersetzen?

Band 2 ist ein alternativer Einstieg in die Fella-Reihe und ist somit ohne Vorkenntnisse aus Band 1 lesbar. In diesem Band werden dem ersten Band keine Informationen vorweggenommen. Wer Band 1 bereits gelesen hat, kann sich in diesem Teil auf ein Wiedersehen mit Tonso und Kester freuen. Erfahrt mehr über den Enkel, den Morana an die Senk verloren hat, und über den Dieb, der Sorija mit seinem Geheimgang die Flucht ermöglichte. Außerdem gibt es Einblicke in das Leben der Antisenk.
Nach »Windgeflüster in Fella« musste ich natürlich auch »Mondgeflüster in Fella« lesen. Ich war sehr überrascht, da es ein ganz anderer zweiter Band ist, als ich erwartet habe.
Während man im ersten Band mit Sorija das zerstörerische Unwetter und die Übernahme Fellas durch die Senk erlebt hat, erlebt dies auch im zweiten Band, nur mit Andra und ihrer Familie und deren Freunde und Nachbarn.
»Mondgeflüster in Fella« ist ein Alternativeinstieg in die Fella-Reihe, der ein paar kleine, geniale Berührungspunkte zu Sorijas Seite des Geschehens hat, aber nichts darüber verrät.
Während dieser Band tatsächlich düsterer und ernster ist, als der erste Band, hält er schon auf den ersten Seiten ein paar Szenen bereit, die mich laut auflachen ließen.

"Wollt ihr etwas trinken? Ich habe Wasser ... Wasser ... und hier müsste ich noch", er ging in die Küche und kam mit einer Wasserflasche wieder, "Wasser haben."
(S. 27)

Andra war mir sofort sympathisch. Man kann sich gut in sie einfühlen und versteht ihre Beweggründe sofort. Sie ist anders als Sorija, weswegen sie eine weniger tiefgreifende Charakterentwicklung durchmacht als sie. Sie war von Anfang an kein Hasenfuß und hatte schon zu Beginn der Geschichte einen starken Charakter, wenngleich sie wesentlich mehr Fehler in der Vergangenheit gemacht hat als Sorija. Ihre weiße Weste ist also befleckter, als die von Sorija.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie die beiden Mädchen im dritten Band zusammenarbeiten werden. Das könnte interessant werden.
Die Story ist spannend, wie schon im ersten Band. Hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen und vermutlich nur zwei Tage oder weniger gebraucht. Fängt man erst einmal zu lesen an, kann man das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen.
Es gibt einige Überraschungen, die ich so nicht vermutet hätte, obwohl ich den ersten Band schon kannte und der Stil der Autorin mir dadurch nicht unbekannt ist. Dennoch war ich oft überrascht und ein paar Mal zwischendurch auch sehr geschockt, da Andra nicht nur mit der Zerstörung ihrer Welt, sondern auch mit dem Tod konfrontiert wird.
Ein bisschen schade finde ich, dass die Geschichte dann doch so kurz ist. Das Ende ist ziemlich abrupt und ich hätte gerne noch weitergelesen. Da war ich vorhin ein wenig traurig.

"Was kümmert es mich, was früher war? Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient."
(S. 80)

Wie schon in Band 1 ist der Text in einer serifenlosen Schrift gehalten. Ein etwas größerer Zeilenabstand als normal, begünstigt das schnelle Lesen, auch wenn man müde Augen hat.
Die Qualität des Buches steht der von Band 1 in nichts nach. Die Seiten haben die gleiche Stärke wie bei »Windgeflüster in Fella« und ein Hochglanzcover leuchtet einem erneut geheimnisvoll entgegen. Diesmal allerdings mit größerem Mond, der ganz schön real aussieht.
Das Buch ist im normalen Taschenbuchformat gehalten und dadurch handlicher als der Vorgängerband. Mir gefallen beide Formate sehr und ich kann gar nicht sagen, welches ich besser finde.
Auch hier lässt sich am Anfang der Seiten immer erkennen, welches Buch man gerade liest, was ich wirklich sehr mag.

"Ihr verwöhnter Magen zeigte ihr bereits stündlich einen Vogel, empört über die Tatsache, dass kein Nachschub kam."
(S. 98)

Laras Schreibstil zaubert wie gewohnt ein wunderbares Kopfkino ins Hirn und glänzt mal wieder durch kreative und humorvoll-ironische Formulierungen. Schachtelsätze und viel zu ausführliche Beschreibungen sucht man bei Lara Kessing vergeblich. Action und wörtliche Rede stehen im Vordergrund. Ihr Schreibstil ist einfach, locker und direkt. Für jeden, der von seitenlangen Beschreibungen über Flora und Fauna schnell gelangweilt und abgenervt ist, eine Wohltat. 😉
Wieder frage ich mich, wie die Autorin auf die Namen ihrer Charaktere kommt. Hübsche und ausgefallene Namen, die ich vorher gar nicht kannte. Genial.
Ein wenig vermisst habe ich diesmal eine Karte von Fella. Das hätte die Orientierung für mich einfacher gemacht und wäre echt ein tolles Extra gewesen.

Mein Fazit:
Gelungener, leider etwas kurz geratener, sehr spannender Alternativeinstieg in die Fella-Reihe mit einer überzeugenden Protagonistin und einigen Berührungspunkten zu Sorijas Geschichte. Pageturner!

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