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Achtung Spoilergefahr!
Es ist mir wichtig, über die Bücher zu schreiben, während ich sie lese. Deswegen kann es vorkommen, dass Spoiler auch in meinen Postings enthalten sind.
Deshalb sei hiermit gesagt:
Jedem ist selber überlassen, ob er oder sie diesen Blog liest! Lesen auf eigene Gefahr.

Es sei denn, du liebst Spoiler. Dann ist diese Warnung für dich nicht von Belang. ;-)

Donnerstag, 21. Juli 2016

[Lesegedanken] Biblische Götter?!

Nun hab ich bald die Hälfte des Buches »Komm zurück mein dunkler Bruder« durchgelesen und merke schon seit dem Anfang an, dass das Buch irgendwie komplett anders ist, als die vorangegangenen Bände.
Die Spannung hat nachgelassen und die Geschichte ist sozusagen ins Trudeln gekommen.
Und nun sind wir bei biblischen Göttern angelangt und die Story nimmt etwas Fantastisches an – was mir nun so gar nicht gefällt. Viele haben mir schon gesagt, dass die Reihe nach dem dritten Band abflaut, aber trotzdem habe ich mit so etwas nicht gerechnet.
Ich lese das Buch immer noch gerne aber nicht mehr mit so viel Begeisterung, wie die vorigen Bände. Da find ich dann die Serieninterpretation des Dunklen Passagiers doch weit besser. Im Buch ist Dexters ständiger Begleiter tatsächlich ein Wesen. In der Serie wid das so gar nicht thematisiert. Dex verspürt da einfach den Drang zu töten und ist von etwas Dunklem umgeben. Letztere Interpretation passt einfach besser in die Geschichte. Dadurch, dass der Dunkle Passagier im Buch nun ein biblischer Gott sein soll, bekommt die Geschichte einen leichten Fantasy-Touch und das passt so gar nicht zum Rest der Geschichte, wie ich finde. Das empfinde ich als schräg und schon sehr störend.
Im jetzt hier dritten Band hat dieses Wesen Dexter scheinbar verlassen. Urplötzlich. So verspürt Dex plötzlich Emotionen, die er vorher nicht gespürt hat und kommt selbst ins Trudeln. Ich will nicht sagen, dass das Buch langweilig ist aber … anstrengender zu lesen. Dexter ist von seinem Kurs abgekommen und mit ihm die gesamte Erzählung. Und das gib meiner Lesemotivation momentan echt einen Dämpfer, sodass ich mich wieder aktiv motivieren muss.
Schade, da die Geschichte ansonsten wirklich gutes Potential hat.



Sonntag, 3. Juli 2016

[Rezension] Jeff Lindsay: »Dunkler Dämon«

Buchreihe: Band 2 der Reihe "Dexter Morgan"
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2006
Genre: Krimi und Thriller
ISBN: 978-3-426-62808-9
Preis: geschenkt bekommen
Seiten: 378
Verlag: Knaur
Gelesen von: 14.06. - 01.07.2016


Bewertung:
Dexter Morgan arbeitet als Spezialist für Blutanalysen bei der Polizei von Miami. Seiner Neigung, brutale Killer höchstpersönlich aus dem Weg zu räumen, darf er im Moment jedoch nicht frönen. Denn Sergeant Doakes, sein misstrauischer Kollege, hat ihn im Visier. Also versucht sich Dexter als solider Familienvater und kümmert sich um seine Freundin Rita und ihre beiden Kinder. Kurz bevor er vor Langeweile fast durchdreht, wendet sich das Blatt: Ein besonders gefährlicher Serienmörder macht die Straßen von Miami unsicher. Dexter und sein »dunkler Passagier« stürzen sich in den Kampf ...
Der zweite Band der Buchreihe um Dexter Morgan gefällt mir auch wieder gut. Etwas Verwirrendes gab es in dem Band eigentlich nicht. Allerdings hat mir ein wenig Schmackes gefehlt.
Es liest sich gut und ist auch spannend, aber es hat etwas gefehlt, das bei dieses atemraubende Lesegefühl auslöst.
Der Anfang des Buches ist aber wirklich genial gelöst. Da denkt man, Dexter ist auf Mordtour und dann spielt er nur Dosentreten mit den Kindern. Das habe ich wirklich nicht erwartet und ließ mich sehr schmunzeln.
Generell hielt der Band wieder ein paar Lacher parat aufgrund Dexters wirklich besonderem und aberwitzigem Humor.
Trotzdem hat es mich gestört, dass Dexter das Problem seiner Verlobung nicht sofort gelöst hat. Ich mein, was wenn Chutsky oder Deborah irgendwann den Ring erkennen?
Das fand ich in der Serie wirklich besser gelöst.
Ein paar für mich unerwartete Wendungen beinhaltete das Buch auch wieder. Darüber war ich sehr froh. Ich denke, es wäre sonst ein wenig langweilig geworden.
Trotzdem habe ich mich die ganze Zeit gefragt, was mit Dexters Bruder aus dem ersten Band letztlich passiert ist. Das war so offen am Ende, dass es mir keine Ruhe lässt.
Den Hass zwischen Doakes und Dexter hab ich im Übrigen immer noch nicht verstanden. Das war im ersten Band ja schon angeschnitten, wird in diesem aber noch besser thematisiert. Aber am Ende frage ich mich doch wieder: "Aber warum hassen sie sich so? Sie kennen sich doch eigentlich gar nicht!" Seit wann kann man sich denn völlig grundlos hassen?
Das war auch der Grund, warum ich nicht verstanden habe, dass Dexter sich nicht an die Vorschriften hielt und dem Captain nicht gemeldet hat, dass Doakes verschwunden ist, als er dann plötzlich weg war. Er feiert lieber, dass er "frei" ist, was ich persönlich ziemlich leichtsinnig fand, weil er es ja nicht zu 100% wirklich wusste, dass Doakes weg ist. Es hätte ja auch sein können, dass Doakes einfach versteckter arbeitet.
Auch frage ich mich, warum Dr. Danco "Danco" heißt. Als Leser bekommt man das Gefühl, dass das Wort "danco" eine tiefere Bedeutung hat. Das wird aber bis zum Schluss nicht aufgeklärt.
Das Ende war weitestgehend unspektakulär aber nicht so verwirrend wie in Band 1. Ich fand es außerdem auch wirklich sehr gut vom Autor gelöst, dass man in Dexters Erkenntnis so hineingezogen wird, dass man Schritt für Schritt als Leser genau dasselbe erkennt, wie Dexter und am Ende mit ihm gemeinsam auf die Lösung kommt. Hatte ich so bisher noch in keinem Buch. Ich hab meist die Puzzleteile am Ende schneller zusammengesetzt wie die Figuren und war denen dann oft einen Schritt voraus. Das war hier jetzt überhaupt nicht so. Ich hatte den Eindruck, Dexter und ich hätten das Rätsel gemeinsam gelüftet. Eine tolle Leseerfahrung!

Mein Fazit:
Spannender Dexter-Thriller, der fesselt, dem aber leider das atemraubende Lesegefühl aus Band 1 fehlt.