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Achtung Spoilergefahr!
Es ist mir wichtig, über die Bücher zu schreiben, während ich sie lese. Deswegen kann es vorkommen, dass Spoiler auch in meinen Postings enthalten sind.
Deshalb sei hiermit gesagt:
Jedem ist selber überlassen, ob er oder sie diesen Blog liest! Lesen auf eigene Gefahr.

Es sei denn, du liebst Spoiler. Dann ist diese Warnung für dich nicht von Belang. ;-)

Dienstag, 16. Januar 2018

Thestrale - ergänzende Kritik

Ich lese zurzeit ja »Harry Potter« und das gab mir Anlass dazu, Pottermore neu zu entdecken. (Ich bin endlich mal nicht in Slytherin gelandet. Hatte die Seite deshalb mal aufgegeben, weil ich ewig in in diesem Haus landete...)
Heute kam mir wieder mal die Thestral-Frage hoch und ich hab mal direkt auf Pottermore deswegen nachgeschaut...
Yurelias Bücherecke: [Rezension] Joanne K. Rowling: »Harry Potter and t...: Buchreihe: Band 4 der Reihe "Harry Potter" Einband: Paperback Erscheinungsdatum: 2003 Genre: Fantasy ISBN: 978-0-7475-544... 

Yurelias Bücherecke: [Rezension] Joanne K. Rowling: »Harry Potter and t...: Buchreihe: Band 5 der Reihe "Harry Potter" Einband: Paperback Erscheinungsdatum: 2004 Genre: Fantasy ISBN: 0-7475-7072-...
In den oben stehenden Rezensionen habe ich beide Male kritisiert, dass nirgends erwähnt wird, warum Harry die Thestrale erst Wochen nach Cedrics Tod sehen konnte. Ich hab’ nur Vermutungen anstellen können. Nun habe ich auf Pottermore tatsächlich diesen Artikel von Joanne K. Rowling über die Thestrale gefunden, wodurch ich meine Kritik nicht zurückziehen, aber verändern und ergänzen möchte.
Manifesting as black, skeletal, bat-winged horses, but invisible to all who have never been truly touched by death, Thestrals have a somewhat macabre reputation. In centuries past the sight of them was regarded as unlucky; they have been hunted and ill treated for many years, their true nature (which is kindly and gentle) being widely misunderstood. Thestrals are not marks of ill omen, nor (their spooky appearance notwithstanding) are they in any way threatening to humans, always allowing for the fright that the first sight of them tends to give the observer.

Being able to see Thestrals is a sign that the beholder has witnessed death, and gained an emotional understanding of what death means. It is unsurprising that it took a long time for their significance to be properly understood, because the precise moment when such knowledge dawns varies greatly from person to person. Harry Potter was unable to see Thestrals for years after his mother was killed in front of him, because he was barely out of babyhood when the murder happened, and he had been unable to comprehend his own loss. Even after the death of Cedric Diggory, weeks elapsed before the full import of death’s finality was borne upon him. Only at this point did the Thestrals that pull the carriages from Hogsmeade Station to Hogwarts castle become visible to him. On the other hand, Luna Lovegood, who lost her own mother when she was young, saw Thestrals very soon afterwards because she is intuitive, spiritual and unafraid of the afterlife.

While somewhat intimidating in appearance, these carnivorous horses are emblematic of a journey to another dimension, and reward all who trust them with faithfulness and obedience. Thestrals are native to the British Isles and Ireland, though they have been spotted in parts of France and the Iberian Peninsula; they seem to have an association with wizards who descend from the horse-loving Celtic peoples. Other parts of the world have their own equivalent to Thestrals.
Es ist eine plausible Begründung und bestätigt die Vermutungen, die ich selbst hatte und mit Freunden bereits diskutierte.
Ich bin froh, dass die Frage von der Autorin überhaupt thematisiert bzw. beantwortet wurde. Auf meine damalige Nachfrage auf Twitter hat die Autorin nämlich leider nicht reagiert.
Allerdings finde ich, hätte diese Info irgendwo in den Büchern auftauchen müssen und das ist mir bisher nicht untergekommen.
So kommt es mir vor, als hätte man sich erst nachträglich darüber Gedanken gemacht, nachdem sich die Leser diese Frage gestellt haben und das finde ich ziemlich schade.
Klar, der Leser - zumindest ich - hat sich das Ganze so oder so ähnlich zusammengereimt. Aber es sieht für mich halt so aus als hätten die Charaktere der Geschichte darüber gar keine Ahnung und so etwas doch sehr Wichtiges muss meiner Meinung nach direkt in der Geschichte thematisiert werden, wenn sowieso schon die Rede davon ist.

Die Thestral-Sache bleibt also weiterhin ein großer Kritikpunkt für mich - auch wenn er sich ein wenig verändert hat.

Samstag, 13. Januar 2018

[Rezension] Joanne K. Rowling: »Harry Potter and the Half-Blood Prince«

Buchreihe: Band 6 der Reihe "Harry Potter"
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2006
Genre: Fantasy
ISBN: 978-0-7475-8467-4
Preis: 3,89€
Seiten: 768
Verlag: Bloomsbury
Gelesen von: 08.10.2017 - 03.01.2018


Bewertung:
It is Harry Potter’s sixth year at Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry. As Voldemort’s sinister forces amass and a spirit of gloom and fear sweeps the land, it becomes more and more clear to Harry that he will soon have to confront his destiny. But is he to the challenges ahead of him?
Ein wahrlich aufwühlender sechster Band... Und es hat mich sehr überrascht, wie wenig ich noch wusste. Ich hatte bisher den deutschen Band aber auch nur ein einziges Mal gelesen, damals als er erschien. Einige Dinge sehe ich anders als damals, bei anderen hat sich mein Empfinden überhaupt nicht verändert.
Ich hab, während ich diesen Band gelesen habe, gemerkt, wie faszinierend es ist, diese Buchreihe nach so vielen Jahren noch einmal zu lesen. Man merkt selbst, wie sehr man sich verändert hat und wie sich die Sicht auf die Dinge verändert hat - oder halt auch nicht. Man kann eine Menge über sich selbst lernen. 🤔
Es ist halt im Laufe der Jahre nicht nur mein Englisch besser geworden. 😅

Die Bindung dieses Buches ist wie bei den vorigen Bänden: Das Buch lässt sich nur relativ schwer aufklappen. Man kann es nicht offen liegen lassen, da es von alleine wieder zusammenklappen würde.
Das Papier der Seiten ist nicht zu dünn und auch nicht zu dick. Es hat genau die richtige Stärke und man muss keine Angst haben, die Seiten beim Umblättern einzureißen, wie es bei einigen Bänden der Reihe der Fall war. Nach wie vor handelt es sich hier um Recyclingpapier, das zwar gut riecht aber nicht so schön aussieht.
Das Format ist geblieben. Ich habe darum gekämpft, die letzten beiden Bände der Reihe zu bekommen. Ich hab mich damals wie so eine Bücherjägerin gefühlt.
Trotzdem das Buch gebraucht ist, ist es wirklich in sehr gutem Zustand. Da das Cover aber sehr empfindlich ist und die Ecken schon ein wenig in Mitleidenschaft gezogen waren, habe ich das Buch in Buchfolie eingeschlagen.

Besonders die Lehrstunden zwischen Harry und Dumbledore haben mich sehr gefesselt. Gerade anfangs, wo noch nicht so viel passiert. Die Denkarium-Ausflüge haben mich ungemein fasziniert. Rowling hat das wirklich extrem spannend geschrieben. Generell mag ich ihren Schreibstil und die Art und Weise, wie sie Dinge in ihrer Geschichte verknüpft. Auch ihr Englisch ist leicht verständlich. Ich konnte diesmal sogar abends im Bett liegen und lesen, was ich bei den letzten Bänden nicht so gut hinbekam. Man kommt schnell rein und man braucht auch nicht unbedingt ein Wörterbuch. Vieles ergibt sich aus dem Zusammenhang.
Ich denke, wer sein Englisch aufpolieren möchte, indem er Bücher liest, dem kann ich die Harry-Potter-Reihe sehr empfehlen.
Natürlich gab es auch wieder Nerv-Momente in diesem Band. Harry ging mir mit seinem "Malfoy heckt etwas aus"-Wahn sehr auf den Geist, auch wenn ich ihn verstehen konnte. Aber die Art und Weise, wie er nicht locker ließ, erinnert mich an Hermines S.P.E.W.-Wahn im vierten Band. Das hätte man besser darstellen können, finde ich. Weniger nervig.
Auch der Streit zwischen Ron und Ginny ging mir auf den Geist. Irgendwo konnte ich ihn ja verstehen. Er wollte seine kleine Schwester beschützen. Aber am Ende ist es ausgeartet, sodass Ron auf Hermine sauer war, wegen der Sache mit Krum zwei Jahre zuvor und ich hatte das Bedürfnis, Ron eine zu scheuern. Aber das ist so typisch für Ron und das konnte ich an ihm noch nie ab: Ihm passt etwas nicht und er verbreitet schlechte Laune und haut verbal um sich.
Harry, der auch emotional durcheinander war, verhielt sich reifer und erwachsener als Ron und tat mir dann auch noch leid, weil Hermine und Ron monatelang nicht miteinander sprachen und auch nicht absehbar war, dass sich das eines Tages ändern würde.
Als Harry Mr Weasley und Lupin von dem belauschten Gespräch zwischen Malfoy und Snape erzählt, geht es plötzlich nicht mehr um Malfoys Vorhaben, sondern um Snapes Loyalität. Auf einmal war Harry wieder voll auf Snape fixiert. Das hat mich extrem gestört. Wenn es eigentlich um Malfoy ging, warum wird auf einmal über Snapes Loyalität diskutiert?
Die Passagen mit Scrimgeour und Harry habe ich aber sehr genossen. Ich mag Scrimgeour so überhaupt nicht. Ich kann den Kerl nicht ausstehen. Aber wie Harry auf ihn reagiert hat, war einfach genial. Seine Konter sind einfach so ... awesome! Ich hab die Stellen mit den beiden wirklich sehr gefeiert. Harry hat mir da sehr gefallen. Er war so erwachsen und so alles andere als schüchtern. Herrlich.
Als besonders großartig empfand ich das Kapitel "After the burial". Mir gefällt die Art und Weise wie Harry Slughorn überzeugt, ihm die Erinnerung zu geben. Das ist ein richtig genialer Schachzug gewesen. Auch, wie er Lily erwähnt, weil Slughorn nie einen Hehl daraus machte, wie sehr er Lily gemocht hatte. Wahnsinnig gut. Noch besser wäre es gewesen, hätte Harry das auch ohne den Felix Felicis geschafft. Aber das hätte vermutlich nicht gepasst. Das Kapitel ist wirklich sehr stimmig.
Unglaublich spannend geschrieben ist das Kapitel "Horcruxes". Spannend und sehr aufklärend. Das hat mir wirklich Spaß gemacht zu lesen.
Wieder weniger gut fand ich, dass Harry alles, was im Zaubertränke-Buch des Halbblutprinzen stand, so blind und blauäugig ausprobiert hat und alle Warnungen Hermines in den Wind schlägt, obwohl er ja langsam mal wissen müsste, dass Hermine meistens Recht hat. Das sind dann wieder die Seiten an Harry, die mir so gar nicht gefallen. Und ja, natürlich geht das am Ende schief. 🙄
Dumbledore... Ja, den Grund verstehe ich nun, aber die eine bestimmte Stelle im Buch kotzt mich immer noch gewaltig an.
Das Ende gibt eine Art "düstere Aussicht" auf den nächsten Band. Mit leichten Momenten. Aber ein Happy End ist es definitiv nicht.

Mein Fazit:
Ein gereifter und weniger wütender Harry lernt sehr viel über seinen Erzfeind und macht sich am Ende seine Aufgabe, ihn zu vernichten, bewusst. Ein düsterer Band der Reihe ohne Happy End. Fesselnd, faszinierend und spannend.

Montag, 1. Januar 2018

Lesestatistik 2017

Das Jahr 2017 ist auch schon wieder um und deswegen gibt es hier meine 2017er Lesestatistik, die gar nicht mal so schlecht ausgefallen ist.



Januar
»Die Feuer des Himmels« von Robert Jordan
»Harry Potter und das verwunschene Kind«

Februar
»Windgeflüster in Fella« von Lara Kessing

März
»Die blendende Klinge« von Brent Weeks

April
»Girl on the Train« von Paula Hawkins
»Ritus« von Markus Heitz
»Sanctum« von Markus Heitz

Mai
»Feuer und Stein« von Diana Gabaldon 
»Ein ganz neues Leben« von Jojo Moyes

Juni
»Das Mädchen, das den IS besiegte« von Farida Khalaf und Andrea C. Hoffmann
»Die Meisterin« von Trudi Canavan
»Mondgeflüster in Fella« von Lara Kessing

Juli - August
»Der Name der Rose« von Umberto Eco

September
»Jugend ohne Gott« von Ödön von Horváth
»Kenobi« von John Jackson Miller 
»Der Circle« von Dave Eggers

Oktober
»Die Welle« von Morton Rhue 

Oktober - Dezember
»Gesamtausgabe« von Anne Frank



Diesmal habe ich ganze 7 Bücher mehr gelesen als letztes Mal. Insgesamt habe ich 18 Bücher gelesen. Das ist mein zweitbestes Ergebnis. Nur mein Lesejahr 2012 übertrumpft das. Lese ich jetzt generell wieder mehr?
Ich bin gespannt, was 2018 in der Hinsicht für mich bringen wird. Vielleicht knack ich ja die 20. ;D

In diesem Sinne: Frohes neues Lesejahr!

Sonntag, 31. Dezember 2017

SuB-Abbau 2018

Auch 2018 werde ich wieder beim SuB-Abbau auf Lovelybooks teilnehmen.
Hier kommt auch endlich meine Liste und ich bin guter Dinge, dass ich sie dieses Jahr auch ganz leicht schaffen werde. Schon allein, weil eine Trilogie von Kerstin Gier mit dabei ist. XD

  1. »Der Auslöser« von James Luceno
  2. »Rogue One« von Alexander Freed
  3. »Elfenmacht« von Bernhard Hennen
  4. »Des Teufels Gebetbuch« von Markus Heitz
  5. »Wie Monde so silbern« von Marissa Meyer
  6. »Das erste Buch der Träume« von Kerstin Gier
  7. »Das zweite Buch der Träume« von Kerstin Gier
  8. »Das dritte Buch der Träume« von Kerstin Gier
  9. »Sphären der Macht« von Brent Weeks
  10. »Herr des Chaos« von Robert Jordan

Ich bin gespannt, was ich so schaffe. Es sind viele interessante Bücher dabei auf die ich total neugigerig bin. Mal schauen, was für Schätze ich dabei habe. :3

Fröhliches Lesen - rutscht gut ins neue Lesejahr hinein!

Donnerstag, 28. Dezember 2017

[Rezension] Anne Frank: »Gesamtausgabe«

Buchreihe: -
Einband: Hardcover
Erscheinungsdatum: Juni 2014
Genre: Biografie
ISBN: 978-3-10-022304-3
Preis: 28,00€
Seiten: 816
Verlag: S. Fischer
Gelesen am: 14.10. - 19.12.2017

Bewertung:
EIN EREIGNIS: Zum ersten Mal erscheinen sämtliche Texte von Anne Frank in einem Band, darunter auch bislang Unveröffentlichtes. Die Ausgabe enthält sowohl die beiden Fassungen des Tagebuchs von Anne Frank selbst (sie schrieb ihr Tagebuch zunächst ganz für sich und arbeitete später an einer Fassung für eine etwaige Veröffentlichung) als auch die von Mirjam Pressler aus den beiden ursprünglichen Versionen kompilierte und mittlerweile weltweit verbindliche Lesefassung. Enthalten sind außerdem Anne Franks Erzählungen und Essays, die sie in ihrem Versteck im Hinterhaus verfasste, sowie sämtliche bekannten Briefe, die sie zum Beispiel an ihre Großmutter und an ihre Cousins schrieb, ferner ihre Sammlung von schönen Sätzen aus ihren Lieblingsbüchern, Einträge in Poesiealben und ein von Anne Franks geführtes Album mit Aufzeichnungen zur antiken Mythologie. Ergänzt wird diese sorgfältig edierte, teilweise neu übersetzte Gesamtausgabe durch zahlreiche Fotos, Faksimiles, und Dokumente sowie durch kenntnisreiche Einführungen in die Lebens- und Familiengeschichte Anne Franks (Mirjam Pressler), in den historischen Kontext (Gerhard Hirschfeld) sowie in die Wirkungsgeschichte des Tagebuchs (Franchine Prose). Eine Zeittafel, ein Familienstammbaum und eine Auswahlbibliographie runden diese Edition ab und tragen dazu bei, dass sie auf Jahrzehnte die verbindliche Gesamtausgabe der Werke Anne Franks bleiben wird.
Anne Franks Gesamtausgabe gibt einen ausführlichen Einblick in Annes Geschichte, in ihr Leben im Hinterhaus und in die Entstehung des Tagebuchs und dessen spätere Veröffentlichung.
Annes Tagebuch hat mich schon vor fast 15 Jahren sehr beeindruckt und mich motiviert, meine eigenen Tagebücher weiterzuschreiben und sie nicht aufzugeben.
Bisher kannte ich nur die normale Taschenbuchausgabe von 2004.
In dieser Gesamtausgabe lernt man Stück für Stück jedes geschriebene Wort von Anne kennen, auch ihre Geschichten.
Es gab wirklich einige Dinge, die ich nicht über sie wusste und mir so gar nicht bekannt waren. Mir war nicht bewusst, dass die Hinterhaus-Bewohner wirklich im letzten Transport nach Westerbork saßen. Das macht die ganze Geschichte noch dramatischer und tragischer, denn: Sie hatten beinahe alles überstanden. Es war so verdammt knapp!
Ich bin übrigens im  Nachhinein sehr überrascht darüber, wie viel Anne doch auf die politische Situation eingegangen ist. Das hatte ich so überhaupt nicht in Erinnerung.

Zunächst berichtet Anne sehr ausgelassen und fröhlich über die Ereignisse in ihrem Leben. Kaum im Hinterhaus angekommen, rutscht die Stimmung ab, Anne wird zunehmend frustrierter und das Verhältnis zu ihrer Mutter wird schlechter und schlechter. Bei so einer großen Veränderung, wie der Umzug ins Hinterhaus mit viel zu vielen Menschen auf viel zu kleinem Raum, ist das aber auch kein Wunder. Sie macht in ziemlich kurzer Zeit eine große Entwicklung durch, die bei vielen Teenagern in Annes Alter eigentlich viel langsamer eintritt, wenn überhaupt. Anne wird mit ganz typischen Teenager-Problemen konfrontiert - nur viel heftiger aufgrund des sehr eingeschränkten Raumes.
Nicht selten baut Anne ihre Luftschlösser, indem sie über die Zeit nach dem Krieg nachdachte, um dem konfliktreichen Alltag im Hinterhaus zu entkommen. Jedes Mal taten mir diese Gedankengänge ihrerseits unendlich in der Seele weh, da sie die Nachkriegszeit ja nicht erleben durfte.
Man merkt schnell: Das Tagebuch gibt Anne großen Halt in Zeiten, wo sie lieber nicht streitet, um den Hausfrieden nicht zu stören und die Lautstärke nicht unnötig zu erhöhen und Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden. Mir würde es vermutlich nicht anders gehen. Ich konnte sie während des Lesens sehr gut verstehen und mich wirklich gut in sie hineinversetzen.
Bedenkt man, in was für einem Alter und welchem Lebensabschnitt (Pubertät) Anne während der Zeit im Hinterhaus steckt, kann man gut verstehen, wie schwer das alles für sie sein muss.
Trotz der vielen Ablenkungen, die die Hinterhaus-Bewohner haben, ist die Angst davor, entdeckt zu werden, ein ständiger Begleiter. Die Angst vor Einbrüchen, unbekannten Geräuschen oder Schießereien. Diese Angst und Anspannung beschreibt Anne wirklich sehr gut. Sie gibt generell einen wirklich guten Einblick in das Leben als Untergetauchte mit all ihren Sorgen. Anne wirkt viel älter und reifer, als sie ist. Ihre sorgenfreie Kindheit war zu Ende, als sie im Hinterhaus ankam. Das beschreibt sie selber später, aber merkt dies von Anfang an.
Wer mir wirklich sehr auf die Nerven ging, war Dussel. Ich habe sein Verhalten bis zum Schluss nicht verstanden. Natürlich waren die ganzen Beschreibungen über ihn subjektiv von Anne eingefärbt. Aber ich habe dennoch versucht, zwischen die Zeilen zu sehen und herauszufinden, warum er so handelte, wie er handelte. Leider vergebens.
Weil ich ihn bis zum Schluss einfach nicht verstanden habe und er so viel anstellte und Anne so quälte, habe ich eine ähnliche Abneigung gegen ihn entwickelt wie Anne. Frau van Daan ging mir auch immer wieder auf den Keks, aber sie war kein schlechter Mensch und man konnte schon erahnen, was sie antrieb. Bei Dussel konnte man das nicht.
Dussel ist einfach nur egoistisch gewesen - und das in einer solchen Situation. Ein egoistisches Arschloch im Hinterhaus. Ich begreife nicht, warum man sich in so einer Situation auch noch so egoistisch aufführen muss. Damit macht man sich und den anderen doch das Leben nur noch schwerer, obwohl man doch im selben Boot sitzt.
In Annes Frust, als Dussel und Frau van Daan sie anfangs immer wieder kritisierten, konnte ich mich gut reinfinden. Ähnliche Erfahrungen habe ich tatsächlich selber mal machen müssen, deswegen kochte ich mit Anne mit und konnte nachempfinden, wie sie sich fühlte.
Anne hat sich in ihrer Zeit im Hinterhaus vom fröhlichen, etwas oberflächlichen Schulmädchen zu einem nachdenklichen, hinterfragenden und ruhigem Mädchen gewandelt.
Die zweite Anne ist mir definitiv lieber, aber ich glaube, ohne das Hinterhaus hätte es diese Anne nie gegeben. Es ist sehr schade, dass sie nicht überlebt hat. Ich hätte sehr gerne noch viele weitere Texte von Anne gelesen. Ihre Geschichten haben mir sehr gefallen und man merkte stark, dass sie versucht hat, vieles in ihnen zu verarbeiteten. Sie steckten so voller Hoffnung. Umso schöner ist es, dass sich Anne auf Papier verewigt hat und man auch heute noch ihre Schreibarbeit lesen kann. Sie hatte recht: Papier ist geduldiger als Menschen.

Das "Ägypten-Buch", welches mit dieser Ausgabe erstmalig erschien, fand ich wiederum weniger interessant. Die Bilder zu Annes Bildbeschreibungen fehlen komplett, wodurch man sich nur schwer vorstellen konnte, worum es auf den Bildern eigentlich ging. Es wäre besser gewesen, wenn die Bilder einfach mit abgedruckt worden wären, aber vermutlich war das aus urheberrechtlichen Gründen einfach nicht möglich.

Im Kapitel "Hintergrund und Kontext" wird das Drumherum ums Tagebuch und um Annes Leben beleuchtet und Dinge belichtet, die Anne zwar erwähnt, aber nicht näher erläutert.
Ich denke, Anne hatte viele Dinge ihrer Zeit als selbstverständlich angesehen, da sie hineinwuchs. Deswegen konnte sie vermutlich gar nicht alles erläutern und hat viele Dinge einfach auch selbst nicht verstanden.
In dem erwähnten Kapitel wird die Geschichte der damaligen Zeit erläutert und weist noch einmal darauf hin, wie tragisch alles endete und wie knapp alles war.
Jedoch bekommt man auch einen guten Einblick über die Zeit danach und mit was sich Otto Frank alles herumschlagen musste, als es um die Veröffentlichung des Tagebuchs ging.
Ich habe großes Mitgefühl mit Annes Vater, der alles verlor und sich dann auch noch mit Vorwürfen herumschlagen musste und das Erbe einer Tochter verteidigen musste, weil Blödsinn darüber verbreitet wurde. Ich frage mich, wie er es nach einem solch großen Verlust schaffte, weiterzumachen.

Im Anhang befinden sich die Tagebuchversionen a und b.
Version a (die unbearbeitete Version des Tagebuchs) macht beim Lesen erst bewusst, wie viel Anne gekürzt hatte, nachdem sie den Entschluss gefasst hatte, ihr Tagebuch zu veröffentlichen. Durch Annes Kürzungen ging einiges an Informationen verloren, weil sie ihr unwichtige Passagen strich.
So zum Beispiel die Herkunft der Katze Mouschi.
Mouschi taucht in der endgültigen Fassung (d) einfach auf, es wird aber nicht erklärt, wo sie herkommt und zu wem sie gehört, was bei mir zu Verwirrung führte.
Liest man sich aber die Versionen a und b durch, kriegt man schnell mit, dass Mouschi von den van Daans mitgebracht wurde, um im Hinterhaus für Abwechslung zu sorgen.
Ein wenig gestört hat mich, dass im Anhang des Buches die Schriftgröße plötzlich geschrumpft ist. So als wäre dieser Teil des Buches weniger wichtig. Sicherlich hat man das getan, um Papier zu sparen und zu verhindern, dass das Buch noch dicker wird, als es ohnehin schon ist. Dennoch hat mich die kleinere Schriftgröße gestört und ich habe viel länger gebraucht, um eine Seite durchzulesen, als sonst. Auch hat es mich minimal mehr angestrengt. Ich hätte es tatsächlich besser gefunden, wenn das gesamte Buch in derselben Schriftgröße abgedruckt gewesen wäre. So hätte ich mich auch nicht umgewöhnen müssen.

Im Übrigen habe ich ein Zwölf-Monate-Lücke zwischen Dezember 1942 und Dezember 1943 entdeckt und ich glaube nicht, dass es sich hier um die schon erwähnte Lücke vom Herausgeber handelt. Denn es ist eigentlich keine Lücke, da die Texte vorhanden sind. Nur nicht in den Tagebuchversionen a und b.
Diese Lücke verwirrt mich nach wie vor. Anne geht auf Dinge in diesem Zeitraum ein, die in Version d alle vorhanden sind, aber in den vorigen Versionen komplett fehlen. Das ergibt für mich keinen Sinn. Wenn die Aufzeichnungen verloren gegangen sind, wie kommen sie dann in die Tagebuchversion, die heute die Version ist, die überall verkauft wird? Und warum fehlen sie in den vorigen Versionen?

Der Stammbaum der Familie Frank, der sich auch hier in diesem Buch befindet, ist sehr interessant anzuschauen. Aber leider ist er auch schon nicht mehr ganz aktuell, da Annes Cousin, Buddy Elias, im März 2015 verstarb. Er war der letzte lebende Verwandte von Anne, der mit ihr damals Kontakt hatte.

Mein Fazit: 
Dieses Buch bewegt einen dazu, sich sehr intensiv mit Anne Franks Geschichte zu beschäftigen. Ich habe eine Menge daraus gezogen, gerade wegen der heutigen politischen Situation. Es hat an Wichtigkeit nicht verloren und begleitet mich in Gedanken noch immer...


Montag, 11. Dezember 2017

Neuzugänge seit Oktober 2017


Ist schon etwas länger her, dass ich mal was geschrieben habe. *entstaubt ihre Bücherecke*
Ich will seit Ewigkeiten meine letzten Neuzugänge posten und komme leider erst jetzt dazu. D:

Seit Oktober haben es drei neue Bücher in meinen Besitz geschafft:


Aufgrund der Leserunde #Annes📔 zu Anne Franks Tagebuch, veranstaltet von Buchnom auf Twitter, und dem Hinweis, dass es mittlerweile eine Gesamtausgabe mit sämtlichen veröffentlichten Texten von Anne Frank gibt, musste ich mir im Oktober die »Gesamtausgabe« von Anne Frank unbedingt kaufen. Leider habe ich es nicht geschafft, das Buch innerhalb der Zeit durchzulesen. Tatsächlich krebs’ ich immer noch auf den letzten Seiten rum. Aber Anne fasziniert mich nach wie vor ...
Ende November sah ich durch Zufall, dass Carrie Fishers letztes Buch »Das Tagebuch der Prinzessin Leia« bereits auf Deutsch übersetzt wurde. Es kam kurz vor Carries Tod raus und ich wollte es damals unbedingt lesen, war aber noch nicht so weit, es auf Englisch zu lesen und wollte dann doch auf die Übersetzung warten, da ich dachte, ich brauch sowieso so viel Zeit, um nicht zu heulen.
Als ich es dann in Händen hielt, fühlte sich das total merkwürdig an...
»Izara« von Julia Dippel wanderte kurz danach in meinem Besitz. Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil mich die Autorin auf Lovelybooks anschrieb und fragte, ob ich nicht bei der Leserunde mitmachen wolle. Da ich zu viel um die Ohren habe, um bei einer Leserunde mitzumachen, musste ich ablehnen. Jedoch gefiel mir die Buchbeschreibung so extrem gut, dass ich beschloss, das Buch zu kaufen. Ich versprach, es so bald wie möglich zu lesen und es auf meinem Blog vorzustellen, wenn ich es durchgelesen habe.
Ich bin schon ganz kribbelig und kann es kaum erwarten, mit dem Buch anzufangen. Aber vorerst muss ich noch meine SuB-Abbau-Liste beenden. Also: Anne Frank auslesen und dann die letzten beiden Harry-Potter-Bände durchlesen. Ich hab einiges vor. D:

Samstag, 25. November 2017

[Lesegedanken] Die Zwölf-Monate-Lücke in Annes Tagebüchern

Ich bin jetzt sehr verwirrt... Ich lese gerade die Version a (= Annes "Rohfassung") der Tagebücher von Anne Frank. Und diese besteht aus drei Teilen.
Teil 1 geht bis zum 05.12.1942.
Teil 2 beginnt am 22.12.1943.
Teil 3 beginnt am 17. April 1944 und geht bis zu Annes letzten Eintrag.
Mich interessiert jetzt aber die Lücke zwischen Teil 1 und Teil 2.
Es wird gemunkelt, dass dazwischen noch Aufzeichnungen existiert haben, aber diese verloren gegangen sind.
Man muss davon ausgehen, dass Anne auch in den dazwischenliegenden zwölf Monaten mindestens ein weiteres Tagebuch geführt hat und dies verloren gegangen ist.
S. 555
Ich bin nun im zweiten Teil des Tagebuchs a und Anne nimmt Bezug auf Dinge, die im ersten Teil nicht erwähnt wurden, die aber in der kompletten Fassung, also Version d (= die unzensierte, komplette Fassung von Annes Tagebüchern), vorhanden sind.
Ich frage mich jetzt gerade, wie das möglich ist, wenn die Aufzeichnungen in Version d vorhanden sind aber in Version a verschwunden sind? Wie können sie dann in die letzte Version gelangt sein? Nein, nachgetragen können die nicht geworden sein, da die Einträge alle unterschiedliche Daten haben...
Oder ist das Tagebuch verschwunden, nachdem man alle Einträge zusammengeführt hatte? Aber dann würde man doch in der editorischen Notiz vor Tagebuch a nicht schreiben, dass die Aufzeichnungen verschwunden sind. Man könnte sie doch einfach rekonstruieren eben aus Version d??

Zu Hilfe! *Haare rauf* 
Kann mir hier bitte jemand auf die Sprünge helfen?